Aktuelle wirtschaftliche Themen


Auf diesen Seiten werden in bestimmten Intervallen aktuelle wirtschaftliche Themen behandelt.

Entstehung der modernen Marketing-Philosophie

Nachgelagerte Besteuerung der Alterseinkünfte

Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge

Zur Entstehung der Marketing-Philosophie*

Der heutige Denkansatz, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, ist historisch gesehen keine Selbstverständlichkeit, sondern das Resultat bestimmter Bedingungen des 20. Jahrhunderts.

Wie bekannt, hat die industrielle Revolution die Grundlagen der heutigen Marktwirtschaft hervor gebracht. Durch die Fortschritte in Landwirtschaft und Medizin stiegen die Bevölkerungszahlen Europas und Nordamerikas. Die herkömmlichen Produktionsweisen waren mit der Versorgung schnell überfordert, da die Nachfrage nach vielen und neuartigen Gütern schnell anstieg. Die ausreichende Bestückung verschiedener Märkte mit Gütern war so mit den hergebrachten Produktionsmethoden nur schwer und unzureichend realisierbar. Aufgrund dieses geringen Angebotes und starker Nachfrage entwickelte sich der Verkäufermarkt (überwiegend mehr Nachfrage als Angebot).

Die Änderung dieses wenig kundenfreundlichen Zustandes verdanken wir der antreibenden Kraft des Wettbewerbes. Zunehmend viele Anbieter drängten in den Markt, die Konsumenten konnten aus verschiedenen Angeboten wählen. Qualität des Angebotes bestimmt zunehmend die Absetzbarkeit von Gütern. Bei entsprechend guter Qualität findet das Produkt seinen Abnehmer.

An das Konzept der ausreichend guten Produktion halten sich in noch nicht übersättigten Märkten noch heute viele Unternehmen. Doch ebenfalls in diesen Märkten steht nach und nach ein ausreichendes Angebot zur Verfügung. Für die einzelnen Hersteller macht sich dies in sinkenden Umsatzzahlen und schleppender Nachfrage bemerkbar.

Eine logische Folge dieser Entwicklungen ist, die Verkaufsanstrengungen entsprechend zu erhöhen um die Produkte abzusetzen.

Auch hier steht noch nicht der Nachfrager im Mittelpunkt des Interesses, sondern der Absatz der entsprechenden Güter.

Schlussendlich werden trotz enormer Anstrengungen die produzierten Güter nicht oder nur schwer abgesetzt. Die Anbieter erreichen ihre Grenzen dann, wenn die Konkurrenten nicht nur die besseren Verkäufer sind, sondern auch noch die besseren Produkte haben.

In diesem Zusammenhang bedeutet "besser" den besseren Zuschnitt des Angebotes auf die Nachfrage und Wünsche der Konsumenten.

Ein solcher Denkansatz rührt nicht mehr von der Angebotsorientierung sondern vielmehr von der Marktseite her. Diese veränderte Sichtweise bedeutet, dass nicht die eigenen Produkte in den Vordergrund gestellt werden dürfen, sondern dass man von den sich ändernden Ansprüchen der Marktnachfrager ausgehen muss.

Die zunehmende Substituierbarkeit von Gütern und Dienstleistungen bedingt eine moderne Marketing-Konzeption. Der Kunde oder Mandant steht im Mittelpunkt des Interesses.

* Frei nach Philip Kotler

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Nachgelagerte Besteuerung der Alterseinkünfte

Mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes AEG am 01.01.2005 soll einerseits eine Angleichung der unterschiedlichen steuerlichen Behandlungen der Alterseinkünfte herbeigeführt und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes BVerfG umgesetzt werden.

Andererseits sollen die Rahmenbedingungen für die zusätzliche private Vorsorge und die betriebliche Altersversorgung verbessert werden.

Die nachgelagerte Besteuerung führt in der Lebenseinkommens-Betrachtung zu einer steuerlichen Entlastung der Versicherungsnehmer: Die Beitragsleistung während des Arbeitslebens wird steuerfrei gestellt!

Dem stehen zwar beim Rentenbezug im Vergleich zu den steuerlichen Regelungen vor 01.01.2005 höhere Belastungen gegenüber.

Im Alter sind die steuerbaren (= das zu versteuernde Einkommen) Einkünfte i.d.R. allerdings niedriger als in der Erwerbsphase.

Es kommt aufgrund der progressiven Besteuerung zu dem Effekt, dass die Belastungen in der Ruhestandsphase niedriger sind als zur Erwerbsphase.

Weiterhin ist begrüssenswert, dass mit der nachgelagerten Besteuerung der Grundsatz der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit gestärkt wird:

schliesslich stehen die Altersvorsorgebeiträge nicht zur freien Disposition des Erwerbstätigen.

Das AEG unterscheidet drei Arten von Altersvorsorge, oder Drei-Schichtenmodell:

Basisrente: z.B. die gesetzliche Rentenversicherung

Zusatzversorgung: z.B. die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente

Kapitalanlageprodukte: z.B. private Rentenversicherung, Fondsparen, Immobilienerwerb, Kauf von Aktien

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Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge

Eine der wichtigsten Neuregelungen des Altersvermögensgesetzes AVmG schlägt sich in §1a des Gesetzes zur Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge BetrAVG.

Danach haben die Arbeitnehmer seit dem 01.01.2002 das Recht, von ihrem Arbeitgeber zu verlangen, dass vom Bruttogehalt bis max. 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (2006 beträgt diese € 5250,-/Monat, vier Prozent davon also € 210,-/Monat) der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten zum Aufbau einer zusätzlichen betrieblichen Altersvorsorge aufgewendet werden (Anspruch auf Entgeltumwandlung).

Der Höchstbetrag ist unabhängig vom individuellen Gehalt.

Der Anspruch kann von Arbeitnehmern geltend gemacht werden, die aufgrund ihrer Beschäftigung in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Beispiel anhand der Direktversicherung:

Sie wandeln einen Teil Ihres Bruttogehaltes steuerfrei in eine Direktversicherung um.

Ihr Arbeitgeber leitet direkt diesen Beitrag an den Versicherer weiter.

Nach Eintritt des Versorgungsfalles zahlt der Versicherer die fälligen lebenslangen Renten direkt an Sie bzw. Ihre versorgungsberechtigten Hinterbliebenen aus.

Erst die fälligen Leistungen werden besteuert – doch greifen im Alter meist niedrigere Steuersätze.

Die wichtigsten Vorteile:

Der Beitrag ist nicht steuerpflichtig und bleibt bis Ende 2008 sozialversicherungsfrei.

Bis 4 % der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze West der Rentenversicherung (max. € 2520/ Jahr, also € 210,-/ Monat),- in 2006 können eingezahlt werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Beitrag um jährlich 1.800 Euro steuerfrei erhöht werden.

Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsleistungen individuell wählbar

Auswahl zwischen klassischer und fondsorientierter Anlage

Keine Anrechnung auf Arbeitslosengeld II

Bei Ausscheiden können Sie die Versicherung privat fortführen bzw. auf den neuen Arbeitgeber oder dessen Versorgungsträger übertragen werden.

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